Das war das Vereinsjahr 2018

Wie bereits angekündigt, kam der kapverdische Geschäftsführer Elias Montrond am 04. März für einen Besuch Vorarlbergs in Zürich an. Er war 2 Wochen lang Gast von Klaus und Gerda in Dornbirn. Nach längeren bürokratischen Hindernissen konnte Elias Montrond endlich ein offizielles Vereinskonto in Cabo Verde einrichten.

Als erster kapverdischer Musiker in diesem Jahr trat Tibau Tavares am 21. April 2018 in Dornbirn im TIK auf. Hat Tibau auch bereits früher mit der deutschen Gruppe „Pupkulies & Rebecca“ zusammengearbeitet, so war doch der gemeinsame Auftritt mit den Vorarlberger Musikern Dieter Hanschitz (e-bass) und Hubert Sander(percussion) für alle Beteiligten ein besonderes, aber letztlich sehr erfolgreiches Vorhaben. Tibau Tavares war eine Woche lang Gast von Klaus und Gerda.

Am 4. August 2018 fand Princezito mit seiner (großteils in Rotterdam beheimateten) Band den Weg nach Lustenau ins Freudenhaus. Die hochsommerliche Hitze mag wohl einige potentielle Besucher abgehalten haben – sie verpassten ein fulminantes Konzert. Dank gebührt Josef Grass für den Flughafentransfer sowie Willi Pramstaller für die Auftrittsmöglichkeit im Freudenhaus. Princezito und seine Musiker genossen in Vorarlberg als Zugabe zwei Badetage am Bodensee.

Am 5. Oktober 2018 trat Jovino dos Santos in der Braugaststätte Löwen Tisis auf. Begleitet wurde er von dem in Deutschland lebenden gebürtigen Argentinier Matias Collantes (guitar), Hubert Sander (percussion) sowie Norbert Dehmke (flutes, sax). Auch dieses musikalische Experiment verlief sehr erfolgreich. Auch das Gasthaus Löwen überzeugte auf jeder Ebene, sowohl hinsichtlich Freundlichkeit der Wirtin und des Personals, Qualität der Speisen, als auch hinsichtlich der Akustik, sodass Nos ku Nhos beabsichtigt, diese Lokalität auch für zukünftige Konzerte  zu nutzen. Auch Jovino dos Santos blieb eine Woche als Gast von Klaus und Gerda in Vorarlberg. Höhepunkt für ihn war wohl eine Vorarlberg-Rundfahrt mit den besten Forellen des Landes im Laternser Bädle.

Den Abschluss des Konzertreigens bildete der Auftritt des englischen Liedermachers Robert Coyne gemeinsam mit Aglaja Camphausen (Cello) und Werner Steinhauser (Drums) am 13.Oktober 2018 im TIK (Dornbirn).

Am 27. September 2018 trafen sich anlässlich des bevorstehenden Weltturnfestes (17.-13.07.2019) die Gymnaestrada-Funktionäre aus allen Ländern zu einem organisatorischen Gespräch in der Krone in Dornbirn. Als Vertreterin von Cabo Verde war Eduarda Vasconcelos zugegen. Der Vorschlag von Nos ku Nhos, ein Konzert von Dulce Sequeira in Dornbirn als musikalischen Beitrag in das Programm aufzunehmen, fand bei Gymnaestrada-Koordinator Erwin Reis positives Echo. Das Konzert wurde am 17.12. grundsätzlich fixiert. Ein Kurz-Auftritt von Dulce Sequeira am Begrüßungsabend als Werbung für das Konzert ist angedacht. Details werden im Jänner 2019 vereinbart. Wie bereits bei der ersten Gymnaestrada soll sich auch diesmal wieder die Hatler Musig (mit Unterstützung durch Nos ku Nhos) um das Wohl der Besucher aus Cabo Verde kümmern.

Sammeltaxi

Im November / Dezember 2018 führte der alljährliche Urlaub Klaus und Gerda wieder nach Cabo Verde. Die ersten Tage verbrachten sie auf Einladung von Tibau Tavares auf Maio, wo unter anderem auch CD-Pläne erörtert wurden.

In Praia trafen Klaus und Gerda den Filmmacher Guenny K. Pires, der sie spontan zur Eröffnung des Internationalen Filmfestivals einlud. Mit Dulce Sequeira führten sie erste Gespräche über ihren  geplanten Auftritt im Rahmen der Gymnaestrada.

Treffen mit Bürgermeister und Sanitätsdirektor

Am 25. November trafen sich Klaus und Gerda auf Fogo mit dem Sanitätsdirektor von Fogo (= oberster Vertreter des Gesundheitsministeriums auf Fogo) Dr. Evandro Monteiro sowie Vertretern der Weinkooperative in Cova Tina. Am 29. November besichtigten sie gemeinsam mit Dr. Evandro Monteiro sowie „Bürgermeister“ Presidente Alberto Nunes von der Camara Municipal Cova Figueira die in Bau befindliche Kantine des Kindergartens und den offiziellen voraussichtlichen Bauplatz des Sanitätspostens. Der Sanitätsdirektor unterstrich die Wichtigkeit, möglichst rasch einen kleinen Posten zur realisieren, musste gleichzeitig aber auf die offiziellen Regierungspläne verweisen. Letztere werden von Alberto Nunes im Detail vorgestellt. Um dem (im Grunde illegalen) Wildwuchs entgegen zu wirken, plant die Regierung die Errichtung eines „Retorten-Dorfs“ für sozial Bedürftige auf der neuen Lava im Ortsteil Bangaeira.

Das Konzept sieht neben Schule und Kindergarten ein Gesundheitszentrum mit> 300 m² vor. Die bereits bestehenden Pläne müssen nur noch in wenigen Details für die örtlichen Gegebenheiten adaptiert werden. Der vorgeschlagene Bauplatz in einer topographischen Senke erscheint suboptimal. Analog zum Kindergarten soll der Bau in modularer Bauweise von auswärtigen Arbeitern errichtet werden. Klaus und Gerda äußern Bedenken hinsichtlich der Dimensionen, die eine Realisierung ungewiss erscheinen lassen. Doch das neue Dorf wurde per Regierungsdekret (im Status eines Gesetzes) verordnet, und jede Änderung des Plans müsste durch einen neuen Regierungsbeschluss genehmigt werden.

Aufgrund dieser neuen Situation holen Klaus und Gerda die Meinungen mehrere Ortsbewohner ein. Diese sind einhellig der Meinung, dass der Plan der Regierung aus Kostengründen undurchführbar ist und wohl niemals realisiert wird. Als Beleg dafür wird die Erneuerung der Straße genannt: Das Projekt ist auf 5 Jahre ausgelegt, und es ist zu erwarten, dass darüber hinaus keine Gelder nach Chã das Caldeiras fließen werden. Der Architekt und Mediator Leão Lopes hingegen betont, dass die Pläne von ausländischen Vulkanologen für gut geheissen  werden. Die Vorbereitungen für den Bau (Zufahrt, Ebnen des Baugrunds etc.) werden aber wohl mehr kosten als der Bau selbst. Dennoch sieht Leão Lopes keinen anderen Weg, eben weil das Projekt Gesetzesstatus hat. [Einschub: In der ehemaligen Bar von Ramiro hat Leão Lopes ein Memorial für Djonzim (João Montrond), den Vater von Ramiro, errichtet.]

Die ehemalige Weinkooperative - möglicher Standort des neuen Sanitätspostens

Im Rahmen einer Unterredung mit dem Sanitätsdirektor am 03. Dezember wurden diese Schwierigkeiten nochmals erörtert. Es herrschte die einhellige Meinung, dass – ohne auf das Regierungsprojekt zu warten – ein (Dauer-) Provisorium errichtet werden soll. Dr. Evandro Monteiro wird dazu die Zustimmung des Gesundheitsministers einholen. Da Neubauten in Chã das Caldeiras grundsätzlich als illegal gelten und nur die Wiederherstellung von Gebäuden, die bereits vor dem Vulkanausbruch existiert haben, toleriert wird, muss das Provisorium auf bestehenden Grundmauern errichtet werden. Als Bauplatz werden die Überreste der Weinkooperative ins Auge gefasst.

Mit „Bürgermeister“ Presidente Alberto Nunes wurde vereinbart, dass er bis Mitte Jänner Details zum Regierungsprojekt (mit Schwerpunkt Kostenplanung) übermittelt. Sollten die Bauarbeiten für das Regierungsprojekt bis April 2019 beginnen, so beteiligt sich Nos ku Nhos am offiziellen Vorhaben. Andernfalls wird das Provisorium auf den Mauern der Weinkooperative gefördert.

Klaus und Idalina

Vor dem Abflug von Fogo übergaben Klaus und Gerda das jährliche Sponsorengeschenk an Idalina. Die inzwischen 94-jährige Zigarrenraucherin hatte im Juli 2009 mit den „Estrelas do Fogo“ Vorarlberg besucht und war dabei einem unserer Sponsoren aufgefallen, der ihr Foto daraufhin zum Werbeträger für eines seiner Produkte gemacht hat.
Auf Santiago trafen Klaus und Gerda in Tarrafal die Batucadeiras Raiz de Tarrafi. Mit Florian Wegenstein, der dort ein Jugendzentrum betreut, konnten sie Erfahrungen austauschen.
Ihren abschließenden Aufenthalt in Praia nutzten Klaus und Gerda für Gespräche mit unserer Geschäftsführerin Terezinha Araújo sowie mit Dulce Sequeira.