Verein Projekte Land & Leute News Sponsoren Links

 

Reaktivierung des Sanitätspostens

in Cha das Caldeiras

 

Bis zum Jahr 2002 wurde der Sanitätsposten von der kapverdianischen Regierung gemeinsam mit der "Kooperative" der Bevölkerung von Cha das Caldeiras betrieben. Zu diesem Zeitpunkt war die damals dort tätige Krankenschwester schon längere Zeit nicht mehr bezahlt worden. Das Gebäude des Sanitätspostens gehört der öffentlichen Hand. Es befindet sich in einem guten Zustand, nur geringfügige Reparaturen werden zur Reaktivierung nötig sein. Auch das wichtigste Mobiliar ist noch vorhanden.


Handlungsbedarf

Die Projektbetreiber begründen den Bedarf zur Reaktivierung des Sanitätspostens wie folgt:

  1. Durch Rationalisierungen im Gesundheitswesen lässt die kapverdianische Regierung mehrere kleine Sanitätsposten auf. Dies ist in verkehrsmäßig gut erschlossenen Gebieten sicher gerechtfertigt.
  2. Die Ortschaft Cha das Caldeiras mit ihren ca. 600 Einwohnern ist hingegen weit abgelegen und nur über eine Straße erreichbar, die sich in miserablem Zustand befindet.
  3. Der nächste Sanitätsposten in Cova Figuera, der Bezirkshauptstadt, ist mehr als eine halbe Fahrstunde mit dem Auto von Cha das Caldeiras entfernt. Um in das nächste richtige Spital in der Inselhauptstadt Sao Filipe zu gelangen, benötigt man mehr als eine Stunde auf dieser holprigen Straße.
  4. Der Personen- und Güterverkehr in Cha das Caldeiras wird ausschließlich mit Pickups und Kleinlastern abgewickelt. Viele davon sind in einem sehr desolaten Zustand und tagsüber nicht verfügbar – entweder auf Erledigungsfahrten in der Hauptstadt oder bei Waldarbeiten. In der Ortschaft gibt es keine Taxis, wobei sich die meisten Bewohner ohnedies keine Taxifahrt leisten könnten.
  5. Der nächste Arzt hat seine Ordination in Cova Figuera. Er ist der medizinische Beauftragte des Bezirks und würde im Falle einer Reaktivierung des Gesundheitspostens in Cha das Caldeiras auch diesen mitbetreuen.
  6. Aus den genannten Gründen und aufgrund der herrschenden Armut in der Bevölkerung wird nur in äußersten Notfällen ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht – oft ist es dann allerdings schon zu spät.
  7. Für den rechtzeitigen Gang zu einem nahe gelegenen Sanitätsposten, in dem eine ausgebildete Krankenschwester ganztags erreichbar ist, liegt die Hemmschwelle in der Bevölkerung weit geringer. In Notfällen kann die Krankenschwester auch nachts erreicht werden, da sie selbst auch in Cha das Caldeiras wohnt.
  8. Der zunehmende "Vulkantourismus" führt immer häufiger auch zu Verletzungen bei Touristen, die schlechten hygienischen Bedingungen führen auch bei den Touristen immer wieder zu Magen- bzw. Darmproblemen.
  9. Mit einem geringen Grundstock an Medikamenten und Instrumenten kann die Krankenschwester vielen Mitbewohnern und auch den Touristen einen zeit- und kostenaufwändigen Gang zu einem Arzt ersparen und ihnen sehr rasch Hilfe bieten.
  10. In schwer wiegenderen Fällen kann die Krankenschwester Patienten oder Verletzte erstversorgen und auf den Transport vorbereiten und diesen ggf. auch organisieren.
  11. Auf Grund der enormen Wasserknappheit besteht in Cha das Caldeiras dringender Handlungsbedarf zur Aufklärung über hygienische Maßnahmen zur Verhinderung von damit in Zusammenhang stehenden Krankheiten.


Projektziele


  1. Gesamtorganisation des Projekts über Gespräche und Vereinbarungen mit den zuständigen kapverdianischen Behörden.
  2. Renovierung und Adaption des bestehenden Sanitätspostens sowie Bestückung mit dem notwendigen Mobiliar.
  3. Beschaffung des Instrumentariums, von Verbrauchsmaterialien und von Medikamenten aus Vereinsmitteln und Spenden.
  4. Bestellung einer entsprechend ausgebildeten Krankenschwester und Bezahlung ihres Gehaltes aus Vereinsmitteln.
  5. Zusätzliche Aktivitäten können nach Absprache mit dem zuständigen medizinischen Beauftragten in Cova Figuera getroffen werden.


Aufgaben der Krankenschwester


  1. Versorgung der Kranken und Verletzten.
  2. Unterweisung der Bevölkerung zur Verbesserung der häuslichen und persönlichen Hygiene zur Krankheitsvorbeugung.
  3. Kooperation mit dem medizinischen Beauftragten in Cova Figuera.
  4. Führung von Behandlungsprotokollen.
  5. Führen von Inventarlisten über das Instrumentarium, Verbandstoffe und über Medikamente.
  6. Die Regelarbeitszeit beträgt 40 Wochenstunden
  7. Verfassen eines Jahresberichtes an die Projektbetreiber (schriftlich oder per E-Mail). Dieser hat auch eine Stundenliste zu beinhalten.
  8. Reinigung und Desinfektion des Instrumentariums.
  9. Reinigung und Instandhaltung des gesamten Sanitätspostens.
  10. Meldung besonderer Vorkommnisse an die kapverdianischen Geschäftsführer des Vereins "Nos ku nhos" zur Weiterleitung an den Vereinsvorstand.
  11. Als Angestellte des genannten Vereins hat sie sowohl den kapverdianischen Geschäftsführern als auch der Vereinsleitung selbst jederzeit Einblick in ihre Unterlagen, ihre Arbeit und den Zustand des Sanitätspostens selbst zu geben. Ausgenommen davon sind ausschließlich rein medizinische Protokolle.


Projektdauer

Jeweils 1 Kalenderjahr (1.1. bis 31.12.). Entsprechende Verträge mit der vom Verein angestellten Krankenschwester sind alljährlich zu erneuern. Dies geschieht solange, bis der Vereinsvorstand die Beendigung des Projekts beschließt.


Geschätzte jährliche Kosten

Kostenstelle   Kosten (€)
1. Jahr
  Kosten (€)
Folgejahre
Instandsetzung des Gebäudes und Mobiliar   2.000,-   500,-
Entlohnung Krankenschwester (und Spesen)   2.000,-   2.000,-
Sozialversicherung der Krankenschwester   500,-   500,-
Anschaffung von Instrumentarium und Medikamenten   4.000,-   2.000,-
Transport von Instrumentarium und Medikamenten   1.500,-   1.000,-

Gesamtkosten pro Jahr
 
10.000,-
 
6.000,-


Die gesamten Kosten werden vom Verein "Nos ku nhos" getragen (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Förderungen uvm.). Die Instandsetzung des Gebäudes und das Mobiliar verursachen nur im 1. Projektjahr hohe Kosten, in den Folgejahren sollten nur geringfügige Instandhaltungskosten anfallen. Das benötigte Instrumentarium soll soweit wie möglich im 1. Projektjahr angeschafft werden, sodass in den Folgejahren mit weit geringeren Kosten (für Anschaffung und Transport) zu rechnen ist. In etwa konstant bleiben die Kosten für die Entlohnung der Krankenschwester. Umgekehrt ist es denkbar, dass die Kosten für Medikamente und Verbrauchsmaterialien wie Verbandszeug in Zukunft eher ansteigen.


Zur Person der Krankenschwester

Maria Filipa "Olivia" Montrond-Fernandes ist 23 Jahre alt, ihr Wohnsitz ist in Cha das Caldeiras. Sie hat eine Spezialausbildung absolviert, in der die besondere Situation berücksichtigt ist, dass in ihrem Einsatzgebiet keine unmittelbare ärztliche Hilfe zur Verfügung steht.


Impressum